VDA QMC QM-Symposium / VDA 6.x

Die Herren Müller und Riering vom VDA QMC haben den aktuellen Stand der Überarbeitung der Regelwerke VDA 6, VDA 6.1, VDA 6.2 und VDA 6.4 vorgestellt. Die ersten beiden genannten Regelwerke sind inzwischen als Rotdruck veröffentlicht, die Schulungen laufen.

Die zuletzt genannten Regelwerke sollen laut Plan in dieser Woche im QM-Ausschuss für den Rotdruck freigegeben werden. Interessanterweise endete die Rückmeldephase für den VDA 6.4 erst am letzten Sonntag. Dies zeigt, dass hier doch ein gewisser Zeitdruck vorhanden ist, alle Rückmeldungen zu berücksichtigen.

Die wesentlichen Änderungen bzw. wichtige Festlegungen sind im

VDA 6
die einheitliche Bewertungssystematik für alle 3 Systemauditregelwerke,
das jetzt eigenständige Zertifikat ohne Kopplung an das ISO 9001-Zertifikat und
die Zertifikatserteilung nur bei Konformität zum Standard.
Die Abweichungen werden jetzt detailliert formuliert mit
- systembezogene Formulierung der Feststellung
- Referenz zu den Vorgaben
- Objektiver Nachweis
- Bewertung der Feststellung.
Weitere Informationen sind in der Information "VDA 6:2016-09 ... vom 15.01.2017" aufgeführt.

VDA 6.1
die Integration der ISO 9001:2015-Anforderungen (die Anzahl der Fragen ist unverändert),
die veränderte Strukturierung der Anforderungen in Definitionen/Begriffe, Erläuterungen und Forderungen/Ergänzungen,
die Aufnahme von Mindestmerkmalen für eine Prozessbeschreibung,
die Erweiterung der Anforderungen an die finanzielle Berichterstattung (die Sichtweise Effektivität + Effizienz ist interessant),
das Zusammenlegen der Elemente 10 und 20 zu 10_neu "dokumentierte Informationen",
die Aufnahme der Anforderungen zur 1st-/2nd-party Auditoren-Kompetenz.
Weiterhin sind die Elemente 08 und/oder als Ausschluss möglich;
für das Element 21 ist kein Ausschluss mehr möglich, evtl. werden einzelne Fragen als n.b. eingestuft.
Das Element 20 (komplett neu formuliert) dient als Schnittstelle zu internen Dienstleitungen bzw. zu Dienstleistern.
Das Zertifikat wird erteilt, wenn mindestens 90 % erreicht wurden; der Erfüllungsgrad kann auch nicht durch ein erfolgreiches Abweichungsmanagement verbessert werden.

VDA 6.2 - Status Entwurf
die Struktur der ISO 9001:2015 wurde übernommen,
neue/geänderte branchenspezifische Zusatzanforderungen (die Anwendungsbereich für Dienstleitungen wird breiter) wurden aufgenommen,
die Systembeurteilung anhand der Standardprozesse fällt weg,
die Aufnahme der Anforderungen zur 1st-/2nd-party Auditoren-Kompetenz und
Präzisierung und/oder Anhebung bisheriger Anforderungen.

VDA 6.4 - Status Entwurf
die Struktur der ISO 9001:2015 wurde übernommen,
neue/geänderte branchenspezifische Zusatzanforderungen wurden aufgenommen,
die Systembeurteilung anhand der Standardprozesse fällt weg,
die Aufnahme der Anforderungen zur 1st-/2nd-party Auditoren-Kompetenz und
Präzisierung und/oder Anhebung bisheriger Anforderungen.
Für die internen und Lieferantenaudits gibt es eine Empfehlung für die Bewertung (ähnlich wie bisher mit den Standardprozessen).

In Kürze soll eine Aktualisierung der Übergangsregeln veröffentlicht werden.
Jetzt gilt es abzuwarten, wie der weitere Zeitplan in der Praxis und die notwendigen Übergangsaudits durch die Unternehmen realisiert werden können.

 

Quelle: VDA QMC und eigene Recherchen